- DAS OBERE HELBETAL - (ausführlich)

Das Landschaftsschutzgebiet Helbetal aus geographisch topograhischer Sicht

( weitere Bilder folgen )


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Im Nordwesten des Kyffhäuserkreises / Thüringen wird die flachwellige Hochfläche des sanft nach Süden abfallenden Höhenzuges der “Hainleite“ durch das von Nordwest nach Südost verlaufende Helbetal teilweise bis zu 120 Meter tief eingeschnitten. Die nach rechts und links verzweigte Talung liegt rechtsseitig entlang den Ortschaften Holzthaleben, Großbrüchter, Toba sowie Wiedermuth und führt linksseitig an den Dörfern Friedrichsrode, Kleinberndten, Großberndten, Immenrode und Schernberg vorbei. Von diesen Ortschaften wird das obere Helbetal ovalförmig umschlossen.

Über eine Vielzahl markierter und beschilderter Wanderwege ist das Helbetal von dort für jedermann erreichbar. Wanderzentrum und eine gute Ausgangsposition ist auch der Wanderstützpunkt “Rabenmühle“, der über Großbrüchter - Triftweg - (2,5 km) und auch über Kleinberndten bequem zu erreichen ist.


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Insgesamt gehört die auf engen Raum zertalte Hochfläche in ihrer imposanten Ausprägung zum Höhenzug “Hainleite“, die selbst in den Schichten des Muschelkalkes steht, der in nächster Nähe, nämlich am nördlichen Steilabfall des Höhenzuges, ausstreicht.

Das Tal wird vom Fluss “Helbe“ geprägt, die erst hinter Wasserhaleben und Greußen in die flachere Keuperlandschaft des Thüringer Beckens fließt, um dann bei Griefstedt in die Unstrut zu münden.

In ihrer Gesamtlänge von ca. 54 km hat die Helbe ein Gefälle von 263 Meter. Allein von der Quelle im Feuergrund (nähe Friedrichsrode) wo die Helbe ihren Ursprung hat, bis kurz unterhalb der ehemaligen “Fischermühle“ (Straßenbrücke - Einfahrt Töbischer Pfingstplatz) beträgt die Lauflänge rund 13 km, aber das Gefälle bereits 100 Meter.

Die Landschaft im Bereich des oberen Helbetales erhielt ihre Oberflächengestalt durch tektonische Vorgänge, die bis in die obere Kreidezeit zurückreichen und durch die saxonische und später folgende alpidische Tektogenese aufgelöst wurden. Im Tertiär erreichte letztere jedoch im mitteldeutschen Raum ihren Höhepunkt und wirkt noch bis in unsere geologische Gegenwart. Insgesamt kann die Verebnungsfläche im Landschaftsbereich Dün – Hainleite als die wenig veränderte altmiozäne Rumpffläche des Tertiärs betrachtet werden.

Diese langzeitlichen Vorgänge waren u.a. auch mit Karsterscheinungen verbunden, und die merkwürdige Quellschüttung, die Wasserführung und –versickerung sind dafür typische Erscheinungen. Die Helbetalung mit ihren 125 ha saftigen Wiesenflächen und den bewaldeten Hängen und Höhen windet sich besonders auffällig im oberen Bereich bis Wiedermuth durch die anstehenden Schichten des vorwiegend unteren Muschelkalkes. Dabei haben sich steile Abhänge und untere Talbreiten von 100 – 140 Meter eindrucksvoll gebildet.

Zweifellos hatte dieses Flüsschen noch in der Nacheisenzeit eine stärkere Wasserführung, und erst dadurch konnte im Übergang von Pleistozän zum Alluvium die Talung modelliert und vertieft werden. Dazu gehören auch die Talungen, die rechts und links in das romantische Helbetal einmünden, wie der “Ingelstedter Grund“, das “Schinderloch“, das “Tiefe Tal“, der “Martinsgrund“ und das “Lange Tal“.

Der “Feuergrund“, das “Laubtal“, das “Wolfental“ und der “Düstere Grund“ geben insgesamt dieser abseits gelegenen Kulturlandschaft ein unverwechselbares Aussehen. Von der Entstehung her handelt es sich um Erosionstäler nach dem Prinzip „Steter Tropfen höhlt den Stein“.

Der Naturfreund wird von diesem abwechslungsreichen Landschafts- und Waldbild sehr beeindruckt sein.

Das Gebiet “Dün – Helbetal“ mit seinen ca. 4000 ha großen Wald- und Wiesenflächen wurde schon im Dezember 1963 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Damit ist eine schädigende Bewirtschaftung, die den Charakter des Landschaftsbildes sowie die Identität des Helbetales ungünstig verändern könnte, aus landeskultureller Sicht und im Interesse der Erhaltung und Förderung des Erholungswertes der schönen Idylle ausgeschlossen.

Der mit Nadel- und anderen Laubgehölzen unterschiedlich durchsetzte schattige Rotbuchenwald zeigt sich besonders im Frühling und Herbst in einer bunten Palette satter und zarter Pastellfarben.

Bereits im zeitigen Frühjahr kann man die ausgedehnten Blütenteppiche der Märzenbecher auf den bewaldeten Hochflächen und in den Talhängen bewundern, z. B. auf den “Hotzenberg“ (nähe Ebeleben), an den Talflanken im Bereich der oberen Helbetalmühlen. Eingestreut sind hier nicht selten prächtige Exemplare des Seitenbastes und anderen Frühjahrsblüher. Pflanzengeographisch ist die Vergesellschaftung der verschiedenen Krautarten, z. B. Bingelkraut und Waldmeister, sowie der nach Knoblauch riechende bekannte Bärlauch mit dem Lerchensporn, um nur wenige zu nennen, in lokalen Bereichen sehr bemerkenswert. So haben sich auf den Hochflächen, an den Talhängen und in der Flussniederung typische artenreiche Lebensgemeinschaften gebildet.

Der botanische interessierte Naturfreund findet hier im begrenzten Areal eine Schatzkammer standortbezogener Pflanzen.


 

Pionierhaus an der Helbe


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Das sogenannte “Pionierhaus“ an der Helbe (jetzt als “Waldhaus“ bezeichnet), das ursprünglich in DDR – Zeiten als Landschulheim im Nationalen Aufbauwerk am Saum des Helbetales errichtet wurde, ist durch die Aktivität der damaligen Schule in Kleinberndten mit der Unterstützung der Bevölkerung und des Rates der Gemeinde aufgebaut worden.

Das geschah im ersten Halbjahr 1954 durch eine Umsetzung des Gebäudes, und schon Ende Juli 1954 konnte der fertige Bau festlich eingeweiht werden.

Heute wird es vorwiegend von Schülern, Vereine und erholungssuchenden Touristen genutzt und kann bei der Gemeindeverwaltung Kleinberndten gemietet werden.

Das “Pionierhaus“ bietet für ca. 20 – 25 Personen ausreichend Platz und hat dazu auch die notwendigen Übernachtungsmöglichkeiten.

Zur Geschichte dieses schlichten Fachwerkhauses ist interessant zu wissen, das es vorher original und ursprünglich als Schützenhaus am “Röstegraben“, unterhalb von Kleinberndten in Richtung Dietenborn, gestanden hat. Es war während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit dem Verfall preisgegeben. Für einen guten Zweck wurde es damals zum Helbetal umgesetzt. Heute erfreut sich das Haus vieler Besucher. Es ist von Großbrüchter über den “Triftweg“ – “Rabenmühle“ – entlang der Helbe oder von Kleinberndten über den “Sperlingsberg“ auf kürzestem Wege erreichbar.

Man sagt im Ort Kleinberndten zu dieser Anhöhe auch das “Mühlenköpfchen“, weil noch zur Jahrhundertwende dort eine von den zwei Windmühlen des Dorfes dort gestanden hat. Entlang der Apfeltrift gelangt man bald steil hinab in das Helbetal. Man kann auch über den “Heuweg“ oder dem “Kuhgrund“ ins Helbetal gelangen, das sich dort durch einen breiten anmutigen Wiesentalgrund den Blicken öffnet. Unmittelbar gegenüber dem “Pionierhaus“ erhebt sich der “Aßberg“.

Nach rechts, das Helbetal aufwärts gelangt man zur Ecke Klingelmütze und weiter zur “Steinernen Jungfrau“, nach links talabwärts kommt man an der bewachsenen Klippe “Teufelskanzel“ vorbei und gelangt zur “Rabenmühle“.



Die „Steinerne Jungfrau“

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Nicht nur die natürliche Kulturlandschaft ist reizvoll, sondern die ihr innewohnenden Geschichtsdokumente erhöhen den Wert und die Schönheit dieses Landschaftsgebietes, wie die ehemalige “Helbeburg“ und die “Steinerne Jungfrau“.

So steht im oberen Helbetal seit mittelalterlicher Zeit ein altes Steinkreuz unter der Bezeichnung “Steinerne Jungfrau“. Nicht weit weg davon liegt auch die sagenumwobene “Helbeburg“ und an deren Nordwestabhang gelangt man an das “Burgloch“ auch “Kuxloch“ genannt.

Sie alle sind mit einem Kranz von Sagen und Märchen umrankt. Das Steinkreuz ist offensichtlich ein typisches Sühnekreuz und mit ca. 2 Meter Höhe und 1 Meter Breite außergewöhnlich groß. Es steht auf einen massiven Erdsockel, der mit Holzbohlen kreisförmig umschlossen wurde. Starke oberflächige Verwitterungen lassen die Inschrift kaum erkennen. Bei diesem Steinkreuz handelt es sich eindeutig um eine gotische Kreuzform, die seitlich nasenbesetzt ist. Der Schaft ist nach unten hin kräftig verbreitert. Das Steinkreuz steht am Hang, ca. 100 Meter schräg hinter dem “Haus an der Helbe“, und ist als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Zu diesem Steinkreuz gibt es eine Vielzahl von Geschichten, einige sollen hier kurz dargestellt werden:

Die wohltätige Tochter eines Grafen von Lohra brachte den Armen Geschenke und pflegte die Kranken. Auf dem Weg zu einer Köhlerfamilie wurde sie von Räubern überfallen und umgebracht. Ihr Vater ließ daraufhin ein Kreuz errichten.

Die andere Sage erzählt, das Adelheid, eine Tochter des Grafen von Lohra, das Steinkreuz dort errichten ließ, wo ihr Vater in einer Schlacht mit den Mühlhäusern ums leben gekommen sei.

Eine weitere sage führt aus, das Margarethe, die Tochter eines Holzhauers aus Lohra, den Sohn des Turmwächters liebte. Der eifersüchtige Jäger des Grafen von Lohra brachte ihren Geliebten um, und schließlich erschlug er auch das Mädchen. An der Mordstelle wurde das Steinkreuz errichtet.

Die Sage wird jedoch auch so interpretiert, das Magdalena, die Tochter eines Holzhauers zu Lohra, hier von Räubern erschlagen worden sei, als sie ihren Vater das Essen brachte.

Sicherlich spiegeln sich in alten Sagen die Vorstellungen der Bewohner zu bestimmten Ereignissen aus damaliger Zeit wieder. Aus der verwitterten Innschrift und heraldischen Darstellung wurde folgendes erkannt:

Südwestseite: (Sichtseite zum Weg) eingeritzt auf dem Schaft: Rest einer runden ungedeuteten Einzeichnung. Darunter eine stark verwitterte, fünfzeilige gotische Innschrift. Davon las Krönig (1914) nur „Anno mccc…“, Ostnordseite: eingeritzt auf Quer- und Längsbalken: Christus am Kreuz, links am Fuße des Kreuzes ein kniender, betender Mann von dessen Händen ein leichtgeschwungenes Spruchband mit „miserere mei deus“ („Gott erbarme dich meiner!“) bis dicht unterhalb des Armes des Christuskreuzes führt. Rechts am Fuße des eingeritzten Kreuzes: ein Wappen, das schachbrettartig in zwölf Felder geteilt ist (Hohnsteiner Wappen).

(Nach Störzner: Steinkreuze in Thüringen, Katalog des ehemaligen Bezirkes Erfurt, Weimar 1984)

 


 

Das Kucks- oder Burgloch


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Das sogenannte Kucks- oder Burgloch liegt oberhalb am linken Steilhang des 420 Meter (NN) hohen Burgberges. Auf dem Plateau befindet sich auch die Helbeburg, eine vorgeschichtliche Ringwallanlage.

Die Klufthöhle ist typisch für ähnliche Erscheinungen entlang am Nordrand der Hainleite, nämlich dort, wo der Wellenkalk aus dem Thüringer Becken ausstreicht. Solche Klufthöhlen geben einen aufschlussreichen Einblick in regional begrenzte Erscheinungen der Kleintektonik. Sie werden durch Auslaugungserscheinungen im Oberen Buntsandstein (Röt) hervorgerufen, der unmittelbar unter dem ausstreichenden Muschelkalk am Nordrand der Hainleite liegt. So wird unter dem Wellenkalk das Liegende regelrecht ausgelaugt, und die hangenden Schichten brechen oder gleiten vorwiegend im Bereich des Mittelhanges in die Tiefe. Die Klüfte und Spalten sowie Bankungsfugen werden dadurch in ihrer ursprünglichen Größe und Raumlage noch mehr erweitert, so bilden sich nach und nach die Klufthöhlen, die fast immer im Austritt des Muschelkalkes am Steilhang entlang und teils auch in den Berg hineinziehen. Die Spalten sind geologisch noch sehr jung, sie sind erst in der geologischen Jetztzeit, also im Alluvium entstanden. Es ist gut möglich, das Erdbeben und ähnliche Erscheinungen den äußeren Anstoß zum Abrechen des unterwaschenen Muschelkalkes geführt haben.

Beim Burgloch verhält es sich ähnlich, und es wurde schon im Herbst 1922 und im Juli 1924 von Dr. Arthur Schmidt befahren und der Umfang der Höhle auch zeichnerisch dargestellt. Das Höhlensystem zieht sich in zwei Etagen (unter Kalkbänken) fast bis 30 Meter tief in den Berg hinein. Vom Volksmund wurde früher gesagt, das von hier eine Verbindung zur Helbeburg und einem Kloster in Dietenborn bestanden hätte, doch offensichtlich ist diese Annahme in das Reich der Sage zu verweisen, da eine solche natürliche oder künstliche Verbindung nicht nachgewiesen werden konnte.

Ein Einstieg in das Höhlensystem ist besonders für Einzelpersonen mit Gefahren verbunden, also unbedingte Vorsicht!




Die Wasserverhältnisse in unserem Helbetal

Die Wasserführung des Helbeflüßchens ist durch die unregelmäßige Schüttung der beteiligten Quellen im Helbetal, vorwiegend aus dem Feuergrund und aus Richtung Holzthaleben, zu den einzelnen Jahreszeiten sehr unterschiedlich. In den Sommermonaten kommt es zum versiegen der Quellen. So liegt die längste Zeit des Jahres das Flüsschen regelrecht trocken und bildet oft nur ein armseliges Rinnsal.

Kurz vor der Mitte des vorletzten Jahrhunderts soll das Flussbett 7 Jahre kein Wasser geführt haben. Anderseits kann man sich an Jahre starker Wasserführung erinnern. Interessant ist die Erscheinung, das erst ab Februar / März die Quellen mit mehr oder weniger heftiger Schüttung wieder in Aktion treten und stürmisch ihr Wasser dem Flüsschen zuführen. Gleichzeitig ist merkwürdig, dass selbst aus den oberen Talwiesen, je nach Wasserdargebot aus den Niederschlägen, das Wasser aus der Tiefe nach oben emporsteigt und die Talwiesen überflutet. Ein typisches Beispiel dazu bilden die sogenannten “Aßbörner“, genannt nach den “Aßberg“ (nähe “Pionierhaus“). Es sind mehr oder weniger aus dem Boden empor sprudelnde Quellen mit einer ziemlich starken Schüttung. Unweit davon befinden sich gleichfalls am Talrand die Teichbörner. Das geschieht eigenartigerweise schon nach den Novemberstürmen. Man glaubte früher, dass die Stürme die Quellen heben. Im Volksmund sagte man in den Helbedörfern: „Die Helben brechen auf!“ Doch bereits im oberen Lauf der Helbe bis kurz vor der Ortschaft Wiedermuth versickert ein erheblicher Teil wieder im Flussbett.

Heute ist bekannt, dass diese intermittierenden Quellen an ein unterirdisches Spaltensystem dieser Karstlandschaft gebunden sind. So konnte W. Hieckel am 6. August 1957 an der ehemaligen “Fischermühle“ (Straßenbrücke - Einfahrt Töbischer Pfingstplatz) die Richtigkeit der Theorie der Wasserversickerung und des unterirdischen Abfließens der Helbe durch Farbversuche eindeutig nachweisen.

Die Helbe führte an der Einschüttstelle nur 5 Liter / Sekunde. Erst ab dem 12. August 1957 färbte sich das Quellwasser im Bereich der “Grundslöcher“ unterhalb von Wasserthaleben und hielt bis zum 21. August 1957 an. Es wurde eine Fließgeschwindigkeit von 135 Meter in der Stunde errechnet.

„Die relativ lange Dauer zwischen Versickerung und Wiederaustritt kommt dadurch zustande, das in der oberen Helbe versickernde Wasser von einem größeren, die Klüfte und Auslaugungshöhlen des Muschelkalkes ausfüllenden Hohlkörper aufgenommen wird und sich nur sehr langsam nach Südosten bewegt.“ (Hieckel)

Diese Karsterscheinungen sind im wesentlichen durch den unterirdischen geologischen Gebirgsbau der Triaslandschaft am Nordrand des Thüringer Beckens gegeben. Besonders im Einzugsbereich des Helbetales machen sich die südlich liegenden Graben und Bruchzonen, verbunden mit tiefen Spaltensystemen des Muschelkalkes, auf die wechselnde Wasserführung der Helbe bemerkbar. Es ist hinreichend bekannt, das im Bereich des Thüringer Beckens mehrere parallel gelagerte, herzynisch verlaufende Störungszonen vorhanden sind. Dazu gehört u. a. der “Schlotheimer Graben“ und diesem vorgelagert, die “Ebelebener – Greußener – Mulde“, zu der auch unser Helbetal unterirdisch Verbindung hat. Der Untergrund im oberen Verlauf der Helbe steht in den klüftigen Horizonten des Muschelkalkes, der durch seine senkrechten Spalten und nach Südost geneigten Schicht- und Bankungsfugen stark Wasserdurchlässig ist. So fließt das versickerte Wasser in südliche bzw. südöstliche Richtung in den Bereich der “Ebelebener – Greußener – Mulde“ und tritt dann aus ziemlicher Tiefe auch in den “Grundslöchern“ südlich von Wasserthaleben wieder zu tage. In diesem Auewäldchen sind insgesamt 25 Quellen mit einer mehr als 200 Liter / Sekunde Schüttung vorhanden. Das Wasser hat dort das ganze Jahr über eine gleichbleibende Temperatur von 10°C und weist Härtegrad 40 vor. Ein Teil der schüttungsträchtigen Quellen wurde zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung für den Bereich Greußen schon in den 30-iger Jahren gefasst.

Gegenüber den heutigen hydrogeologischen Kenntnissen erscheint der Inhalt mancher Sagen, die noch heute im Gedächtnis älterer Leute lebendig sind, merkwürdig. Danach soll eine Schifffahrt mit Anlegestellen sogar im oberen Flusslauf der Helbe vorhanden gewesen sein. Davon ist jedoch nichts nachzuweisen. Es wäre allerdings möglich, das durch geologische und tektonische Veränderungen im Oberflächenbereich des Landschaftsgebietes ein größerer Wassereinzugsbereich und ein weiteres Quellgebiet der Helbe zur Verfügung gestanden haben. Es müsste außerdem auch der Wasserreichtum vor der Rodungszeit naturgemäß größer gewesen sein. Eine solche Veränderung der hydrogeologischen Bedingungen könnte auch durch größere Erdbeben, z.B. in den Jahren 1199 und 1342 ausgelöst worden sein. Es soll in diesem Zusammenhang auch an das Thüringer Unwetter von 1613 hingewiesen werden, wo die Wassermassen am 29. Mai die Menschen im Bereich der Helbedörfer in Furcht und Schrecken versetzten. Es ist auch nicht logisch, das 6 Wassermühlen im oberen Helbetal nur für kurze Zeit in Betrieb gewesen sein sollen, wenn auch bekannt ist, das schon in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Mühlen wegen Wassermangel im Sommer nicht betrieben werden konnten.

Im oberen Helbetal befindet sich aufgrund von Karsterscheinungen und der gesamten geologischen Situationein größeres Wasserreservoir, das in Richtung der “Ebelebener – Greußener – Mulde“ langsam abfließt. Diese nicht sichtbare „Wasserreserve“ wurde in den Jahren von 1972 bis 1980 durch eine großzügig angelegte wasserwirtschaftliche Maßnahme für die Trinkwasserversorgung erschlossen. Dazu wurden im Helbetal zwischen der “Steinmühle“ und der “Kühnsmühle“, drei Bohrungen von 90 -110 Meter Tiefe niedergebracht. Über diesen Bohrstellen stehen heute kleinere Brunnenkammern, die das kostbare Trinkwasser in ausreichender Menge und guter Qualität mit einer Gesamtmenge von ca. 100 m³ pro Stunde und über eine 5,5 km lange Fernleitung und ein Zwischenpumpwerk zum Hochbehälter vor Großberndten einspeisen. Über ein 15 km langes Rohrleitungssystem mit Hochbehältern in Immenrode und Schernberg werden die Ortschaften Klein- und Großberndten, Immenrode, Himmelsberg und Schernberg mit dem kostbaren Nass versorgt. Dadurch konnte die Trinkwasserversorgung im Gemeindeverband Schernberg stabilisiert und die Wasserversorgung aus Wernrode entlastet werden.

Es soll auch erwähnt werden, das schon einige Jahre zuvor durch die ehemalige LPG Tierproduktion zwei Bohrungen unmittelbar zwischen der “Rabenmühle“ und der “Steinmühle“ niedergebracht wurden, um Wasser über eine Pumpstation und eine 3 km lange Trasse vom Wanderstützpunkt “Rabenmühle“ zur Sauenzuchtanlage der LPG (T) Holzthaleben zu leiten. Die Fernleitung passiert den “Ingelstedter Grund“. Die dortige Bungalowsiedlung erhält ihr Wasser gleichfalls aus diesem Versorgungssystem. Das gesamte obere Helbetal ist aus hygienischen Gründen zur Trinkwasserschutzzone erkannt.

Insgesamt hat sich die Wasserentnahme aus dem tiefen Untergrund des Helbetales auf die bisherigen Wasserverhältnisse des Flüsschens in keiner Art und Weise ausgewirkt. Die Menge des Wasserdargebotes ist einzig und allein von den Niederschlägen im Einzugsbereich abhängig.

VERANSTALTUNGS - KALENDER
 

11.-12. JULI 2015


Reiterfest in Großbrüchter

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Die "Ironman's Sportgemeinschaft Großbrüchter e.V." startet ihren Internetauftritt ...

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